Heute mal ausgesprochen. ungekocht.

Habt ihr euch schon mal überlegt, dass Kochen auch eine Art Sprache ist? Mit zahlreichen unterschiedlichen Dialekten und Akzenten, und einer Vielfalt an Einzelteilen und Phrasen, mit mindestens ebenso vielen Regeln und Standards? Nur dass man sich beim Kochen nicht mal annähernd so genau an die Grammatik halten muss, um verstanden zu werden. Im Gegenteil: das Freestylen bringt ja doch den meisten Spaß.

Generell finde ich ja, dass man beim Kochen auch miteinander kommunizieren kann, ohne einander zu verstehen. Die Handgriffe sind dieselben, ob in Mexiko oder in Lettland, in Irland oder auf Bali – Reis wird überall gekocht, bevor er gegessen wird. Und eigentlich bedeutet das, dass Menschen miteinander etwas teilen können, ohne dieselben Worte zu verwenden. Auch eine Art der Integration: Leute zum kochen zusammen zu bringen. Womöglich wird über das Essen, das gemeinsame Kochen mehr von der anderen Kultur vermittelt als wenn man dieselben Menschen zusammenbringen würde, um miteinander zu reden. Irgendwie eine schöne Vorstellung.

Und wo wir gerade beim Thema Integration sind: Schon mal von „The Connection“ gehört? Ein Sozialprojekt, das Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterschiedliche Möglichkeiten bietet, nämlich einmal im entzückenden Café des Projekts zu arbeiten, das zum wohlfühlen und wiederkommen einlädt, und zudem wird ein Buddy-Netzwerk aufgestellt, das die Jugendlichen mit Erwachsenen zusammenbringt, die gemeinsam mit ihnen herausfinden, welche Talente sie haben, die Unterstützung in schwierigen Situationen bieten oder einfach nur ein offenes Ohr für sie haben. Und vielleicht kocht auch der eine oder andere gemeinsam mit seinem Schützling.